RUB » MB » SEPM » Kamingespräche
48. SEPM-Kamingespräch

Am Mittwoch, den 30. Januar 2019, fand unser 48. SEPM-Kamingespräch statt. Diesmal erwartete unsere Studierenden und Gäste ein umso abwechslungsreicheres Programm, denn die „International Engineering Lounge“, das neue Format für die vielen internationalen Studierenden unserer Fakultät, und unser Kamingespräch kamen zusammen!

Wie so oft trafen wir uns in gemütlicher Atmosphäre des Fachschaftsraumes MB/SEPM, während der zum Auftakt bereits erste Kontakte bei kalten Getränken geknüpft werden konnten bis alle Gäste eingetroffen waren.

Unsere Studierenden erwarteten unter anderem Gäste aus den Unternehmen fobatec, Entracon und Evonik sowie unsere SEPM-Masterabsolventen Martin Neweling der innogy SE und Sven Maihöfer als Repräsentant unseres ISSE-Lehrstuhls.

Die Zuhörerschaft setzte sich zum größten Teil aus Studierenden der Fakultät Maschinenbau und aufgrund des Themas der Veranstaltung auch aus einem großen Teil internationaler Studierender zusammen.

Nachdem sich die zahlreich erschienenen Studierenden in einem aus Stühlen gebildeten Halbkreis um die Gäste versammelt hatten, um eine gegenseitige Kontaktaufnahme zu erleichtern, konnte die Moderation beginnen. Da unser Studiengangskoordinator Dr. Luis Barrantes heute leider nicht teilnehmen konnte, leitete Frau Dr. Julia Riese zunächst alleine das Gespräch ein und beschloss, aufgrund des hohen Anteils internationaler Studierender, den Abend auf englischer Sprache abzuhalten.

Ein großes Thema der International Engineering Lounge ist die Beantwortung der Fragen von Studierenden der Fakultät Maschinenbau hinsichtlich des beruflichen Werdegangs, in einer entspannten Atmosphäre, sowohl nationalen als auch internationalen Studierenden, ohne entsprechende Kenntnisse der deutschen Sprache, zu ermöglichen. Die Ähnlichkeiten im Programm sowie die Teilnahme zweier ehemaliger SEPM-Absolventen luden daher dazu ein, die Veranstaltungen vereint stattfinden zu lassen.

Die gestellten Fragen bezogen sich unter anderem auf die Themen Studieren im Ausland, die generellen beruflichen Optionen eines Ingenieurs nach Vollendung des Studiums sowie die Priorität gegebener Einstiegsvoraussetzungen bestimmter Positionen im Unternehmen.

So lautete die erste Frage der Studierenden an die Gäste wie so häufig „Wie wichtig sind gute Noten für den Einstieg ins Unternehmen?“ Dr. Tobias Block, Geschäftsführer des Dortmunder Unternehmens fobatec GmbH, antwortete darauf, dass gute Noten seiner Erfahrung nach nur wichtig für den Berufseinstieg unmittelbar nach dem Studium sind und im Laufe des Berufsweges stetig an Bedeutung verlieren. Sven Maihöfer, wissenschaftlicher Mitarbeiter des ISSE-Lehrstuhls der RUB und ehemaliger SEPM-Masterabsolvent, ergänzte zudem, dass er die alleinige Bewertung eines Absolventen anhand seiner Noten als problematisch ansieht, da sie nicht genügend Anhaltspunkte bietet, um den Charakter eines Menschen einschätzen zu können. Viel eher achtet er auf nebenberufliches Engagement und zusätzliche Fähigkeiten wie Fremdsprachenkenntnisse, besonderes Verständnis für Technik etc.

Aber auch die persönlichen beruflichen Situationen der Gäste sowie ihre studentischen Werdegänge interessierten die Zuhörer. So kam es zu der nächsten Frage, ob die Gäste zuvor geplant hatten, in welche Richtung sie ihre Fähigkeiten aufbauen wollen, oder ob sie sich von ihren Hobbies haben leiten lassen. Mirvais Amirsad, Ingenieur bei der Entracon GmbH, antwortete darauf, dass man seiner Meinung nach zwar eine grundlegende Vorstellung seines späteren beruflichen Standpunkts haben sollte, man jedoch nicht alles im Leben planen kann. Martin Neweling, ehemaliger SEPM-Masterabsolvent, ging hierbei noch einen Schritt weiter und betonte, dass er ein großer Freund der Planung sei und sehr wohl viele seiner beruflichen Schritte im Voraus festgelegt hatte. So konnte er sich bereits während des Studiums durch die Wahl der Fachrichtung, Praktika in der Energiebranche sowie Auslandserfahrungen durch seine Masterarbeit in Vienna recht schnell einen Platz bei der innogy SE sichern. Als abschließenden Tipp gab Sven Maihöfer den Studierenden noch mit auf den Weg, sich einen Meilenstein-Plan für ihre größten Ziele zu machen und diesen am Ende jeden Monats kurz bezüglich dessen Aktualität zu reflektieren. Dadurch erinnert man sich stets an seine Ziele, bleibt am Ball und achtet auch darauf ob man auf dem richtigen Weg ist oder gerade davon abweicht. Ausgedrückt hat er es mit den Worten:

“Planning doesn’t always work but for a good career you have to be lucky, and you can be the person who puts yourself in situations where luck can happen.

Plus, if you have a plan and you reflect this plan once a month you are more probable to stay in the right way.”

Im Anschluss daran kam bei den Studierenden die Frage auf, in welcher Hinsicht die Promotion empfehlenswert ist und für welche beruflichen Stellungen diese erfordert wird. Herr Dr. Philip Biessey vom Lehrstuhl für Fluidverfahrenstechnik der RUB antwortete, dass es darauf ankommt, welche Position man in einem Unternehmen einnehmen möchte. Bei vielen Positionen wird niemand sagen, dass man dafür einen Dr.-Titel, benötigt aber wenn man mal genau schaut welche Abschlüsse die anderen in der Position haben sieht man oft, dass es eben doch notwendig ist. Zusammenfassend kann man die darauf folgende Diskussion unter den Gästen mit den folgenden Punkten darstellen: Es kommt zum einen auf die eigenen Interessen an und wie weit man sich ein einem Gebiet fortbilden möchte, zum anderen aber auch auf die Position die man in einem Unternehmen belegen möchte und für die man sich dadurch möglicherweise sogar überqualifizieren könnte.

Nach einigen weiteren Diskussionen untereinander und mit den Studierenden wurde den Gästen die abschließende Frage gestellt, ob sie ihr berufliches Leben erneut wie gehabt leben oder etwas ändern würden, wenn sie die Zeit zurückdrehen könnten. Auch hierzu kam eine kurze Diskussion unter den Gästen auf. Einige hätten gerne mehr Auslanderfahrung gesammelt und Sprachen gelernt, andere wünschten mehr IT-Kenntnisse. Wobei sich jedoch alle einig waren, ist die Beibehaltung des gewählten Studiengangs der Fakultät Maschinenbau mit all seinen beruflichen Möglichkeiten, die einem danach offenstehen. Und wir denken, dass dies wohl für alle anwesenden Studierenden eine große Motivation für ihr weiteres Studium sein kann!

In diesem Sinne wünschen wir allen Studierenden weiterhin viel Erfolg auf ihrer beruflichen Laufbahn und freuen uns bereits auf das nächste Kamingespräch!