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53. SEPM- Kamingespräch

Protokoll 53. Kamingespräch am 13.07.2020

Am 13.07.2020 konnten Herr Prof. Jens Pöppelbuß und Herr Dr. Luis Barrantes zwei Absolventen unseres Studiengangs SEPM zum 53. Kamingespräch begrüßen. Wie schon das 52. Kamingespräch fand auch dieses online statt. Dieses mal unter dem Thema:

Wie hat sich die Arbeit im Homeoffice durch Fehlen der menschlichen Komponente durch Corona verändert?

Zu unseren Gästen: Nadja Bußmeyer schloss vor acht Jahren ihr Studium mit dem Masterabschluss bei uns ab. Nachdem sie als Trainee bei MAN Diesel und Turbo ihren Einstieg gefunden hat, leitet sie nun ihr Team im After Sales Bereich bei MAN Energy Solutions.

Marius Walski hat mit dem Bachelor of Science vor sechs Jahren sein SEPM-Studium abgeschlossen. Seit zwei Jahren ist er bei Schneider Electric und baut dort das Lead Management für die DACH-Region auf. Er filtert die interessanten und verfolgungswürdigen Kontakte heraus, die er dann an die Vertriebsingenieure weiterleitet.

An ihr Studium zurückdenkend meinten beide Referenten, dass ihnen die menschliche Komponente besonders wichtig war, Frau Bußmeyer hob zudem noch ihr Auslandssemester hervor, die dortigen Kommilitonen und die Bekanntschaft mit den dortigen andersartigen Lehrkonzepten waren für sie sehr wertvoll.

Bzgl. der Praktika wurde zum einen der Stress, diese auch noch in den Studienplan, in die wenigen Wochen zwischen Vorlesung und Klausurenphase, einzubauen, erwähnt. Es besteht ein Konflikt für viele Unternehmen Studierende für allein drei Wochen aufzunehmen. Im neuen Studienplan hat sich die Lage durch den geänderten Prüfungsplan etwas geändert. Aber es wurde im Gespräch auch deutlich, dass durch die Praktika erkannt wird, was will ich zukünftig einfach nicht machen und optimalerweise wo möchte ich wirklich hin.

Im Hinblick auf die heutige Situation müssen beide Referenten zugestehen, dass es aktuell schwierig ist, einen Praktikumsplatz zu bekommen.

Ein Grund hierfür ist natürlich, und hier wird Bezug genommen auf das Thema des heutigen Kamingesprächs, dass viele Mitarbeiter aus dem Homeoffice arbeiten. Der Berufsalltag hat sich dadurch stark geändert, der Übergang in die digitalisierte Arbeitswelt klappte nach Meinung beider Referenten in ihren Unternehmen außerordentlich gut. Mitarbeitern wird, und wurde im Falle von Schneider Electric schon zuvor, freigestellt, welchen Anteil die Arbeit zuhause oder im Büro einnimmt, aber es wurde auch angemerkt, dass die zwischenmenschlichen Kontakte nicht ganz verloren gehen dürfen. Bei MAN Energy Solutions gibt es daher z.B. freitags ein virtuelles Kaffeetrinken, was eine schnelle Problemklärung oder ein lockeres Gespräche auf dem Flur nicht ersetzen kann.

Der Berufsalltag der Außendienstmitarbeiter hat sich ebenso dahingehend geändert, dass entweder Projekte auf Eis gelegt werden mussten oder aber Abschlüsse über digitale Medien erfolgen. Hier prüft jedes einzelne Unternehmen, welche Medien genutzt und welche gemieden werden sollen. Beide Seiten, Kunden wie Lieferanten, wurden in die Digitalisierung zum Teil „hineinkatapultiert“. Neben Online-Schulungen konnten in den vergangenen drei Monaten jedoch auch schon Anlagen über remote services ans Laufen gebracht werden!

Zum Berufseinstige selbst wurde noch gesagt, dass es bei der Bewerbung entscheidend sein könnte, ob sich ein Absolvent mit einem Bachelor- oder Masterabschluss bewirbt. Nach drei Jahren im Berufsleben wäre der Abschluss nicht mehr so wichtig. Wichtig wären Kenntnisse in der Digitalisierung, in Fragen der Dekarbonisierung, technisches Know-how, um Gespräche zu technischen Details führen zu können und ausgeprägte Englischkenntnisse. Kenntnisse in weiteren Sprachen sind hilfreich, wenn es sich um die Muttersprache handelt und das jeweilige Land zum Kundenkreis des eigenen Unternehmens gehört.

Wir bedanken uns bei den Referenten Nadja Bußmeyer, MAN Energy Solutions, und Marius Walski, Schneider Electric, für Ihren Besuch, für ihren wertvollen Input für alle SEPM-Studierenden, und wünsche ihnen weiterhin viel Erfolg und Glück in Ihren Jobs!

Dr. Luis Barrantes